Patenschaften

Oft ist die erste Frage, die wir als Paten von Asylbewerben bekommen, ob wir die Asylbewerber auch finanziell unterstützen. Hier ist die klare Antwort: nein. Klar, sie kommen mal zum Essen, wir bezahlen einen Kaffee oder das Porto für einen Brief zur Behörde. Aber wir werden sie nicht mit Geld unterstützen, denn sie wollen es gar nicht! Sie möchten keine Almosten, sie möchten lieber Arbeit. Sie möchten kein Mitleid, denn von Hilfe haben sie mehr.

Diese Hilfe kann viele Formen annehmen: Hilfe sich hier zurecht zu finden, Hilfe bei amtlichen und unverständlichen Schreiben. Ratschläge, was sie hier wie angehen können, wohin sie sich weden müssen. Deutschnachhilfe. Ein offenes Ohr für ihre Probleme hier und zu Hause. Als Mensch und nicht als Nummer behandelt werden. Es ist hoch gegriffen zu hoffen, dass wir in Meinerzhagen für jeden Flüchtling einen Paten finden. Es muss aber unser Ziel sein, für jede Wohnung einen Betreuer zu finden.

Es werden Probleme kommen, sie werden nicht weiter wissen, wir werden nicht weiter wissen. Doch wir kennen Leute die das tun. Es wird Enttäuschungen geben: wenn man keinen Job findet, wenn das Deutsch nicht so klappt wie es soll, wenn die Ablehnung und die Ausweisung kommen. Man muss sich als Pate über eines im Klaren sein: Den Asylantrag kann man nicht beeinflussen. Patenaufgabe muss es sein, das Leben für die Flüchtlinge hier menschenwürdig zu gestalten. Nicht mehr, aber vor allem nicht weniger.


Hilfe auf dem Amt, beim Arzt mal ein offenes Ohr – oder eine Partie Schach; Befriedigung Patenschaft.